Zur Vereinsgeschichte

Nach einem Jahr Vorbereitungszeit mit elf Menschen um Jens Kotulla herum wurde der Verein im Juli 1999 mit 35 Gründungsmitgliedern in Mannheim gegründet. Mittlerweile hat der Verein gut einhundert Mitglieder (Stand 2012). In die Satzung wurde hinein geschrieben „Zweck des Vereins ist die Förderung, Weiterentwicklung und Verbreitung der anthroposophisch erweiterten Pflege. Dieser Zweck soll insbesondere verwirklicht werden durch die Aus- und Weiterbildung, Forschung, Unterstützung sowie Aufbau und Betrieb von anthroposophischen Pflegeeinrichtungen.“


Der ursprüngliche Gründungsimpuls war die Einrichtung einer anthroposophisch orientierten Tagespflege in Mannheim. Schnell stellte sich in den ersten Beratungen heraus, dass der Bedarf vor allem in einer stationären Pflegeeinrichtung gesehen wurde.

Die anthroposophisch gesinnten Menschen, die im Mannheimer Zweig der Anthroposophischen Gesellschaft und in der Christengemeinschaft miteinander verbunden waren, erlebten es immer wieder als schmerzlich, wenn jemand aus ihrer Mitte wegen Pflegebedürftigkeit in ein weit entferntes Heim nach Stuttgart, Frankfurt oder Öschelbronn ziehen musste. Dem sollte mit einem stationären Angebot in der Rhein-Neckar-Region begegnet werden.

In den zwölf heiligen Nächten 2001/2002 hatten drei Vorstandsmitglieder einen ähnlichen Traum: Es sollte jetzt begonnen werden, die Zulassung eines ambulanten Pflegedienstes als ersten praktischen Schritt vorzubereiten und damit einen Kristallisationspunkt für die anthroposophische Pflege in Mannheim auf die Erde zu holen. Zum 1. Januar 2003 begann SoPHiA mit der Arbeit.

Trotz vielfältiger Bemühungen gelang es nicht, eine Lebensgemeinschaft für Alt und Jung oder später eine integrierte Pflegeeinrichtung mit Betreutem Wohnen, stationären Wohngruppen, Hospiz, Tagespflege und ambulantem Pflegedienst zu etablieren.

Im Jahr 2009 konnte ein zum Greifen nahe erscheinendes und finanzierbares Projekt wegen der mangelnden Unterstützung durch die Stadt Mannheim nicht realisiert werden. Dieses und der Tod eines wichtigen Mitglieds des Gründungsvorstands, Monika Feles-Baumann, bewogen die Verantwortlichen im Verein, das Vorhaben vorerst aufzugeben.

Stattdessen richtet der Verein nun seine ganze Konzentration auf den ambulanten Pflegedienst SoPHiA als seinen alleinigen Zweckbetrieb. Weitere ambulante Angebote wie spezifische Betreuungsgruppen, Beratung für Initiativen für Betreute Wohngemeinschaften sowie Kurse und Seminare sollen hinzukommen. Die Vermittlung, Verbreitung und Praxis der anthroposophisch erweiterten Pflege soll den Kern der Aktivitäten bilden.

In der Zwischenzeit veranstaltete der Verein Tagungen, Quartalstreffen für die Mitglieder und Interessenten, Konferenzen der Vereinsorgane, Planungs-Workshops, Jahreskurse zu den pflegerischen Gesten, Schnuppertage Anthroposophische Pflege, Cafe SOPHIA in der FreiZeitSchule, Beteiligung an den Waldorf-Basaren und baute den Pflegedienst mit zwölf, allerdings wechselnden MitarbeiterInnen weiter auf.

2010 / 2011 deutete sich an, dass der Verein und mit ihm der Pflegedienst in eine neue Phase gehen würde. Der Gedanke an eine wirksame Selbstverwaltung durch die Mitarbeitenden kam auf und wurde im Vorstand vorbereitet. Die Mitgliederversammlung am 7. November 2011 beschloss daraufhin, den Vereinsvorstand in Zukunft ausschließlich aus den verantwortlich Mitarbeitenden des Pflegedienstes zu bilden. Anfang 2012 wurde die Eintragung der neuen Vorstände vom Registergericht bestätigt. Diese teilten die Arbeitsfelder des Vorstands unter sich auf und begannen mit Elan der neuen Form der Selbstverwaltung Strukturen zu geben. Damit wurde ein weiterer Gründungsimpuls realisiert. Die Organisation des Vereins nach der sog. Dreigliederung des sozialen Organismus war von Anfang an ein wichtiger Baustein: Wirtschafts-, Rechts- und Geistesleben in sinnvoller gegenseitiger Durchdringung.